Sturz im Hotel auf Dienstreise kein Arbeitsunfall

Rutscht ein Arbeitnehmer während einer Dienstreise beim Verlassen der Dusche im Hotel aus, erleidet er im Allgemeinen keinen Arbeitsunfall. Die Körperreinigung ist dem unversicherten privaten Bereich zuzurechnen.

Der Kläger begehrte die Anerkennung eines Ereignisses vom 29. November 2015 als Arbeitsunfall im Sinne der gesetzlichen Unfallversicherung. Als angestellter Projektentwickler der U. GmbH übernachtete er vom 28. November zum 29. November 2015 im Rahmen einer Dienstreise im Hotel "I." in D. Nach der morgendlichen Dusche und dem Öffnen der Glastür rutschte er beim Herausgehen auf einem feuchten Kunststofffußboden mit einem Fuß weg. Da sich der Kläger nicht abfangen konnte, stürzte er und erlitt in dieser Folge eine Patellaquerfraktur am linken Knie.

Der Unfallversicherungsträger lehnte die Anerkennung eines Arbeitsunfalles und die Verpflichtung zur Entschädigungsleistung ab. Es ergebe sich kein ursächlicher Zusammenhang zur verrichteten Tätigkeit. Die Körperreinigung sei grundsätzlich unversichert, da es sich hierbei um eine Tätigkeit handele, die wesentlich dem privaten Bereich zuzuordnen sei. Im Weiteren würden sich auch keine besonderen Gefahrenmomente der Übernachtungsstätte ergeben. Nässe sei in Duschräumen und der Duschumrandung nicht als besondere Gefahrenquelle zu werten.

Dieser Auffassung hat sich das Sozialgericht angeschlossen und die Klage abgewiesen. Die Handlungstendenz, auf die bei der Beurteilung des sachlichen Zusammenhangs abzustellen sei, sei beim Duschen in der Regel privatwirtschaftlich. Die vom Bundessozialgericht entwickelten Fallgestaltungen, wonach Duschen bei Verschmutzung oder arbeitsbedingter Erforderlichkeit als versicherte Tätigkeit anzunehmen ist, lägen hier nicht vor. Die dagegen eingelegte Berufung erwies sich als unbegründet. Das Ereignis vom 29. November 2015 lag unter keinem Gesichtspunkt innerhalb der Grenzen, bis zu der der Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung reicht (Thüringer Landessozialgericht, Urteil vom 20.12.2018, L 1 U 491/18). Weder lag eine besondere Betriebsgefahr vor noch war die Körperreinigung aufgrund der Tätigkeit mehr als üblich erforderlich.

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